Mannschaft RW

 
Linke Seite kl. Bilder von oben nach unten : Karl-Heinz Overheu, Lennard Homey, Jürgen Knieke
 
Von links nach rechts : Jennifer Malitzki, Thomas Focke, Sabine Luzia, Lena Franzky, Jörg Helbig, Jürgen Weber, Sven Knieke, Niclas Vödisch, Karsten Homey
 
Vorne : Jan Knieke
 
Es fehlen: Andreas Herbst, Sven Wick, Sandra Thiel, Alexandra Homey

Die Entstehung:

Der Name Badminton wird auf die Leidenschaft des Dukes of Beaufort zurückgeführt, der gegen Ende des letzten Jahrhunderts auf seinem Landsitz Badminton House im englischen Gloucestershire ein Federballspiel kultivierte, das Kolonialoffiziere aus Indien mitgebrachten. Hier, aber auch in Mexiko wurde bereits mit Federball und Lederschlägern gespielt. Auch brasilianische Indianer schlugen zu ihrem Vergnügen einen Federball - einstweilen jedoch mit der flachen Hand. 
Die heutigen Regeln, die in 130 Ländern der Erde gelten, entstanden in England und wurden vom Bath Badminton Club in London festgelegt. Er richtet noch heute die "All England Badminton Championships" aus, die erstmalig 1899 durchgeführt wurden. 
Im Jahr 1902 tritt der Bad Homburger Club dem englischen Verband bei. 
Nach dem 1. Weltkrieg verbreiteten Soldaten das Spiel über die ganze Welt. Am 05. Juli 1934 wurde die Internationale Badminton Federation (IBF) mit Sitz in London gegründet. 
In Deutschland wurde das Spiel nach dem 1. Weltkrieg ebenfalls durch Kontakt zu den Besatzungsmächten bekannt. Leider verhinderten die hohen Importpreise der Geräte eine schnelle Verbreitung. 
Nach dem 2. Weltkrieg wurde es in Deutschland durch die Bonner Fabrikanten Dr. Hans Riegel und Paul Riegel, die das Spiel in Dänemark kennengelernt hatten, bekannt und populär gemacht. Die erste Federballwelle breitete sich über Deutschland aus und es kam zu ersten Vereinsgründungen. 
Am 18. Januar 1953 wurde der Deutsche Badminton Verband durch 30 Vereine in Wiesbaden gegründet. Dieser ist Mitglied im Deutschen Sportbund (DSB) und im Nationalen Olympischen Komitee (NOK) für Deutschland.

 

Strukturen im Deutschen Badminton Verband

Der Deutsche Badminton Verband ist in 17 Badminton Landesverbände gegliedert, die wiederrum die Direktverbindung über die Vereine zu den Spielerinnen und Spielern sind. 
Bundesweit sind 2900 Badmintonvereine mit über 250.000 Mitgliedern registriert. Damit steht der DBV an 20. Stelle der Größenordnung der deutschen Fachverbände (Quelle: DSB '99)

 

 weitere Informationen zu Badminton

Badminton ist, nach Demonstrationsveranstaltungen 1972 in München und 1988 in Soul, seit 1992 in Barcelona olympische Disziplin. Seit den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta ist auch das Doppel und Mixed vertreten. Als Olympiadisziplin zieht Badminton immer mehr Fans in seinen Bann. Es ist national und international weit verbreitet. Weltweit betrachtet sind Indonesien, Südkorea und die VR China führend. In Europa ist Dänemark die Hochburg unserer Sportart, sie ist dort populärer als hierzulande Fußball. 
In Deutschland gibt es 4,5 Millionen Spielerinnen und Spieler, die regelmäßig in einem der bundesweit über 300 Badminton-Center spielen.

 

"Vorteile" von Badminton

- spaßvoll bis ins hohe Alter (7 - 70) - jeder kann mit jedem spielen 
- ist gesund (wirkungsvolle Trainingsform für das Herz-Kreislauf-System) 
- ist dynamisch und fair 
- ist anspruchsvoll und einfach zugleich 
- trainiert spielerische Cleverness 
- ist kommunikativ und familienfreundlich, denn man spielt zu zweit oder zu viert 
- fördert Teamgeist und Einzelkämpfertum zugleich 
- hat jeder als "Federball" schon gespielt 
- hat ein positives Image und ist spaßorientiert 
- beansprucht alle wichtigen Muskelgruppen 
- trainiert während des Spiel Koordination und Kondition zugleich 
- erschwingliche Ausrüstung (Schläger ab 60,- €, Bälle, Hallensportschuhe)

 

So wird bei der Rallypoint-Zählweise gezählt

Die IBF hat die Zählweise am 6. Mai 2006 als für Badminton gültig erklärt. Sie tritt für das Verbandsgebiet des DBV zum 1. August 2006 in Kraft.  
Hier die wichtigsten Neuerungen in einfacher Form.
Zur pdf-Fassung.

Fassung vom 1. Juli 2006.

(1) Punkterwerb: Bei der Rallypoint-Zählweise wird für jeden Ballwechsel („Rally“) ein Punkt vergeben.

(2) Aufschlagrecht: Als Aufschläger erhält man beim Gewinn des Ballwechsels einen Punkt, als Rückschläger einen Punkt und das Aufschlagrecht für den nächsten Ballwechsel. Es schlägt also stets die Seite auf, die den vorhergegangenen Ballwechsel gewonnen hat.

(3) Stellung im Einzel (wie bisher bei der traditionellen Zählweise): Bei geradem eigenen Punktestand erfolgt Aufschlag von rechts, bei ungeradem von links. Das erste Aufschlagrecht wird ausgelost.

(4) Satzende: Gespielt wird auf zwei Gewinnsätze bis 21 Punkte pro Satz, wobei am Satzende ein Vorsprung von mindestens zwei Punkten erreicht sein muss. Dies gilt für alle Disziplinen, also auch für Dameneinzel.
- Da bei 21:20 kein Zweipunktevorsprung besteht, wird solange weiter gespielt, bis eine Partei zwei Punkte Vorsprung hat – maximal allerdings bis 30 Punkte.
- Bei 29-beide führt der nächste Punkt zum Satzgewinn.
Knappstes Satzergebnis ist also 30:29.

(5) Seitenwechsel dritter Satz: In einem dritten Satz sind beim erstmaligen Erreichen des Punktestandes 11 die Spielfeldseiten zu wechseln.

(6) Pausenregelung: Erreicht in einem Satz die führende Partei 11 Punkte, so gibt es eine Pause von maximal einer Minute. Zwischen zwei Sätzen (erstem zu zweiten, bzw. zweitem zu dritten) gibt es eine Pause von jeweils maximal zwei Minuten. In allen diesen Pausen darf das Spielfeld und die Umgebung des Spielfeldes verlassen werden. Damit die Pause nicht regelwidrig ausgedehnt wird, muss der Spieler allerdings bis spätestens 20 Sekunden vor dem Weiterspielen wieder auf dem Feld sein. (Regel 16.2 und 16.5.2.)
Die 5-Minuten-Pause vor dem dritten Satz gehört der Vergangenheit an.

(7) Coachen: In den in (6) genannten Pausen darf wie bisher gecoacht werden. Zusätzlich darf unter bestimmten Bedingungen zwischen den Ballwechseln gecoacht werden. Siehe dazu unten die „Richtlinien für das Coachen“ des DBV-Schiedsrichterausschusses.

Regelungen für die Aufschlagsituation in den Doppeldisziplinen

 

Dringende Empfehlung: Da die Rallypoint-Zählweise vor allem im Doppel ungewohnt ist, wird dringend empfohlen, laut mitzuzählen. Das könnte im ersten Satz jene Partei machen, die das erste Aufschlagrecht hat, im zweiten die andere.

(1) Grundlage für die Reihenfolge der Aufschlagenden ist der „Viererzyklus“: Das Aufschlagrecht wechselt während eines Satzes in folgender Reihenfolge zwischen den Spielern
- Erster Aufschläger bei null beide (beginnt im rechten Aufschlagfeld)
- Partner des ersten Rückschlägers
- Partner des ersten Aufschlägers
- Erster Rückschläger
- Erster Aufschläger usw.
Regel 11.4. Im nächsten Satz darf die Reihenfolge verändert werden.
Achtung: Diese Reihenfolge müssen sich die Spieler unbedingt merken, sie bleibt während des ganzen Satzes unverändert.

(2) Punktgewinn Aufschläger: Gewinnt die aufschlagende Partei den Ballwechsel, so schlägt der Aufschläger weiter auf. Er wechselt in das andere Aufschlagfeld und schlägt auf den Partner des ersten Rückschlägers auf. 
Bei mehreren Punktgewinnen wechselt er also immer - wie bei der traditionellen Zählweise - zwischen dem rechten und linken Aufschlagfeld (Regel 11.3.1). 
Achtung: Der Punktgewinn nach eigenem Aufschlag ist die einzige Situation, nach der es zum Positionswechsel der Partner kommt (Regel 11.1.5.).

(3) Punktgewinn Rückschläger: 
(3.1) a) Gewinnt die rückschlagende Partei den Ballwechsel, so erhält sie Punkt und Aufschlagrecht. 
         b) Die Positionen werden weder auf der Verliererseite noch auf der Gewinnerseite gewechselt. 
Achtung: Punkt b) ist gewöhnungsbedürftig. 
(3.2) Aufschläger: Wer aufzuschlagen hat, ergibt sich aus dem Viererzyklus.

(3.3.) Aufschlagfeld: Das Aufschlagfeld aus dem nach Aufschlagwechsel aufgeschlagen wird, ergibt sich aus dem Spielstand. Bei eigenem geraden Punktestand ist aus dem rechten Aufschlagfeld aufzuschlagen, bei eigenem ungeraden aus dem linken.
Hinweis zum Merken: Wer dran ist mit dem Aufschlag, fragt nach dem eigenen Punktestand und müsste dann in jenem Aufschlagfeld landen, in dem er bei der letzten Aufschlagannahme gestanden hat.
Achtung: Die aus der traditionellen Zählweise vertrauten Positionierung, wer bei null beide rechts stand, steht bei eigenem geradem Punktestand rechts, gibt es nicht mehr. Es gibt auch keinen „zweiten Aufschlag“ mehr.

(4) Falsche Stellung: Sollten die Spieler merken, dass es zu einem Positionsfehler gekommen ist, ist dieser zu korrigieren. Konsequenzen in Hinblick auf Punktestand oder Aufschlagrecht gibt es nicht (Regel 12.2).

    

Rekonstruktion der Positionen im Doppel bei Orientierungslosigkeit

Sollte einmal das große Chaos auf dem Feld ausgebrochen sein und niemand weiß mehr, wer wo zuletzt gestanden hat, sind mit wenigen Überlegungen die Stellungen zu rekonstruieren.

Drei Basisinformationen sind allerdings notwendig:
1. An einer Stelle muss die Reihenfolge im Viererzyklus bekannt sein. (Dann sind auch die anderen klar.)
2. Der Spielstand muss bekannt sein. (Notfalls nimmt man den zuletzt laut gezählten.)
3. Man muss sich einig sein, wer den letzten Ballwechsel gewonnen hat. (Notfalls Wiederholung.)

Neuorientierung von der rückschlagenden Partei aus
Trotz aller möglicherweise vorgefallenen Turbulenzen hat sie definitiv keinen Punkt gewonnen, d.h., sie muss sich erinnern, wer von beiden der letzte Aufschläger war. (Bei gerader Punktezahl hat er zuletzt aus dem rechten Aufschlagfeld aufgeschlagen und muss dort immer noch stehen.)

- Aufgrund des Viererzyklus ergibt sich dann, wer von den gegnerischen Spielern das Aufschlagrecht von ihm übernommen hat und immer noch hat.
- Das Aufschlagfeld, aus dem dieser Spieler aufzuschlagen hat, ergibt sich aus dem gegnerischen Punktestand (bei gerade von rechts).

Neuorientierung von der aufschlagenden Partei aus
Wenn der letzte Ballwechsel gewonnen wurde ist klar, wer weiterhin aufschlägt. Welcher der beiden Spieler der Aufschläger war, daran sollten sich die Spieler auch nach heftigsten Turbulenzen erinnern.

- Das Aufschlagfeld ergibt sich aus dem eigenen Punktestand (rechts bei gerade).
- Aufgrund des Viererzyklus ergibt sich, wer der vorhergehende Aufschläger war. 
- Der (unveränderte) Punktestand der Rückschläger zeigt an, aus welchem Aufschlagfeld er zuletzt aufgeschlagen hat (rechts bei gerade) und damit immer noch zu stehen hat.
- Wer von der rückschlagenden Partei den Aufschlag anzunehmen hat, ergibt sich aus der Position des Aufschlägers.

Richtlinien für das Coachen im Spielbetrieb des DBV und seiner Landesverbände


Coachen in den Pausen
In der Ein-Minuten-Pause bei 11 in den Sätzen und in den Zwei-Minuten Pausen zwischen den Sätzen ist das Coachen wie bisher erlaubt.


Coachen zwischen den Ballwechseln
Die Regel 16.5.1 besagt darüber hinaus, dass nicht nur - wie bisher - in den Ein- bzw. Zwei-Minuten-Pausen gecoacht werden darf, sondern auch zwischen den Ballwechseln, also wenn der Ball nicht im Spiel ist. Dies ist allerdings an gewisse Bedingungen geknüpft. 
Die Ausführungsbestimmungen dieser Bedingungen sind vom DBV-Referat für Schiedsrichterwesen für den Spielbetrieb aller Klasse in DBV und seinen Landesverbänden wie folgt festgelegt:

1. Das Coachen darf nur von einem Coach erfolgen, der auf der Seite seines Spielers hinter dem Spielfeld auf einem eigens für ihn bereitgestellten Stuhl sitzt. Mit dem Seitenwechsel des Spielers hat er ebenfalls die Seite zu wechseln. 
2. Das Hineinrufen von Anweisungen von Bank, Tribüne oder aus dem Hallenraum usw. und das Geben von Ratschlägen durch Personen, die nicht die Coach-Rolle einnehmen, ist nicht erlaubt.
3. Das Coachen beschränkt sich auf Anweisungen, die der Coach von seinem Stuhl aus an den Spieler gibt. Sie sind in gemäßigter Form auszuführen. 
4. Während der Ballwechsel darf keinesfalls gecoacht werden. 
5. Ein Coach darf jeweils nur ein Spiel gleichzeitig coachen. Ein Wechsel des betreuten Feldes während eines Wettkampfes ist allerdings erlaubt. Voraussetzung dabei ist, dass die gegnerischen Spieler dadurch nicht gestört werden.
6. Damit das Coachingrecht ausgeübt werden kann, haben die Heimvereine die Verpflichtung, Stühle bereit zu stellen. Dies gilt ebenso für Turnierausrichter.